Blogkrisen
JAC schrieb am Samstag, 8. Dezember 2007, 19:45
Blogkrisen sind wie Lebenskrisen. Sie kommen und sie gehen. Sie verändern uns. Sie fordern uns heraus, etwas anders zu machen wie bisher. Wir werden in eine Krise gestürzt, wenn sich tief in uns etwas gegen das sträubt, was wir gerade tun, vielleicht sogar mit körperlichen (psychosomatischen) Erkrankungen verbunden. Ein Blog ist ein Abbild unseres ICH - ein ES. Und läuft es nicht so, wie wir es erwartet haben, sind wir enttäuscht. Wir haben uns selbst getäuscht mit allzu hohen Erwartungen.
So war ich ein wenig traurig, als Menachem vor einigen Monaten aufhörte zu bloggen und sein Blog “Wunsch und Wille” schloss. Nach einigen Ereignissen und Veränderungen bloggt er nun seit 30. November weiter.

Unser gemeinsamer Freund Peter hörte mit seinem Blog “Wandelgänge” bereits im Juni auf, als er durch mehr als 4000 Spam Mails, die irrtümlich an ihn per E-Mail weitergeleitet wurden, regelrecht ab soff. Ich habe das Blog halbwegs repariert, da er inzwischen auch von anderen Blogs verlinkt wird.

Auf der Blogreise besuchte ich Maike, die in ihrem Entspannungsblog den letzten Beitrag am 26. Juli mit dem Titel “Manchmal kommt es dicke ” veröffentlichte, kurz vor ihrem Umzug ans Meer.

Auch Christa von “Ver-rueckt.net”, für die ich ein Zeiträuber war, traf die Blogkrise, zuletzt am 22. September, beginnend am 5. August mit dem Beitrag “Ein offenes Wort “:
“Ich spüre meine Blogleidenschaft lässt nach. Es wird Zeit für eine Pause. Ein Blick hinter die Kulissen zeigte mir meinen Anteil, der Menschen in der Masse und unter dem Deckmantel der Anonymität dazu trieb, sich ihre eigenen Gesetze zu schaffen
Jeder einzelne mag in Ordnung sein, jedoch in der Gruppe stehen sie der Tierwelt sehr nahe, schreibt JAC. Ähnliche Gedanken finde ich bei Menachem anlässlich seines Besuches der Gedenkstätte Buchenwald ….”

Und heute? Am 8. Dezember erschien ihr letzter Beitrag: “Oh, du schöne Vorweihnachtszeit“. PS: Glühwein und Bloggen vertragen sich nicht immer
Als ich am 22. Juli diesen Jahres für mehrere Monate aufhörte zu bloggen, befand ich mich mitten in einer Lebenskrise, in einem Burnout. Für mich schien das “Blogexperiment vorerst beendet“. Doch ich machte weiter, schuf ein Upgrade. Das “Personal Bloggen” ist für mich ein wenig Kunst, ein wenig Entspannung, ein wenig soziales Netzwerkeln, ein wenig Narzißmus, ein wenig “coming out”. Es bietet die Möglichkeit zur Weiterentwicklung - z.b. von JAC 1.0 auf JAC 2.0
Wann hast du deine letzte Blogkrise gehabt - und wie hast du sie überstanden?


Lieber Jürgen, auch ich habe meine Einstellung zu blogs geändert, nicht zuletzt aus deinem Beitrag heraus. Es ist Kommunikation und man kann tatsächlich gleichwellige blogs finden - oder sie finden einen. Was mir aber bei den bloggern mit Pausen auffiel war, daß sie danach anders waren, ich kann es nur mit “einfach menschlicher” beschreiben. Für mich eine wirkliche Bereicherung. Und, alles immer nur mein Geschmack, dein blog fügt sich ausgezeichnet in diese Serie ein. Ich wünsche dir auch, so wie ich sie finde, viele tolle Menschen in dieser eigenen Welt.
[…] sind wie Lebenskrisen, schrieb JAC neulich auf seinem Blog. Sie kommen und gehen. Sie fordern uns heraus, etwas anders zu machen als […]